Tier des Monats

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Tier des Monats

 

12.01.2010: Mit dem Meerschweinchen als Tier des Monats Januar beginnt unser Bundesverband Menschen für Tierrechte - Bundesverband

der Tierversuchsgegner e. V. die monatliche Vorstellung einer Tierart, die in Tierversuchen eingesetzt wird. Damit sollen Bedürfnisse und natürliche Lebensweise der Tiere bekannter gemacht, ihre Verwendung in Experimenten aus der Anonymität geholt und der Forderung nach Ersatzverfahren Nachdruck verliehen werden.

 

Weitere Informationen: www.tier-des-monats.de

Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e. V., Roermonder Straße 4 a, 52072 Aachen, www.tierrechte.de

Kontakt: Pressestelle - Stephanie Elsner, Tel. 05237 2319790, elsner@tierrechte.de

 

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September 2010: Wenig bekanntes Versuchstier - der Vogel

 

Gut 10 Prozent der jährlich im Tierversuch verwendeten Wirbeltiere sind Vögel, vor allem Hühner und Wachteln. Mit dem Vogel als Tier

des Monats September möchte der Bundesverband Menschen für Tierrechte den Einsatz im Versuchslabor aufzeigen, tierversuchsfreie Methoden darlegen sowie über natürliche Lebensweisen dieser Tiere informieren.

 

127.447 Vögel und 1.871 Wachteln landeten laut Statistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums 2008 im Labor. Damit war der Einsatz

von Vögeln zu Tierversuchszwecken so hoch wie nie zuvor. Die Wachteln wurden überwiegend in der Toxikologie, insbesondere zur

Prüfung von Pflanzenschutzmitteln, aber auch anderen Chemikalien, eingesetzt. Weitere Vogelarten spezifiziert die Statistik nicht. Bekannt ist jedoch, dass gerade Hühner und vor allem Hühnerembryonen in der virologischen Forschung und Impfstoffherstellung für Mensch und

Tier verwendet werden. Darüber hinaus werden Vögel tierexperimentell in der Gentechnik, zur Untersuchung von Infektionskrankheiten

sowie in der Krebsforschung genutzt.

 

Zur Herstellung von Impfstoffen sind Antikörper unentbehrlich. Hierzu werden routinemäßig Hennen und befruchtete Hühnereier (Embryonen) eingesetzt.  Erfreulicherweise gibt es in der Impfstoffentwicklung inzwischen die Möglichkeit, sogenannte polyklonale Antikörper zu nutzen, für deren Produktion keine Tiere eingesetzt werden müssen. Für die Toxikologie-Prüfungen gibt es etliche gesetzlich vorgeschriebene Tierversuche. Charakteristisch ist hier der LC 50-Test, bei dem die Konzentrationen des Gifts, das mit Futter vermischt

wird, so gewählt werden müssen, dass 50 Prozent der Tiere tödlich vergiftet werden. Zu einigen Giftigkeitsprüfungen befinden sich Ersatzverfahren im Entwicklungsstadium.

 

„Es ist zweifach alarmierend, dass sich die Zahl der eingesetzten Vögel seit 2000 mehr als verdoppelt hat. Denn Tierversuche stehen

nicht nur für Tierquälerei, sondern auch für einen risikoreichen Schutz des Menschen. Forschung, Industrie und Politik stehen auch

gesetzlich in der Pflicht, schnellstens tierversuchsfreie Methoden auf den Markt zu bringen und mit den Tierversuchen Schluss zu machen.

Im Übrigen täte es dem Forschungsstandort Deutschland sehr gut, sich zum Marktführer für tierversuchsfreie Technologien zu entwickeln“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes.

 

 

August 2010: Labor statt Gehege – das Kaninchen

 

Kaninchen gelten als beliebte Heimtiere und werden häufig im Tierversuch eingesetzt. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte zeigt

mit dem Kaninchen als Tier des Monats August auf, wie dessen natürliches Leben aussieht, welche Tierversuche mit ihm gemacht werden

und wie es um die tierversuchsfreie Forschung steht.

 

„Seit Kurzem sind endlich zwei tierversuchsfreie Methoden behördlich anerkannt, allerdings haben die Behörden dafür sechs bis sieben

Jahre gebraucht. Es ist ein Skandal, dass von der wissenschaftlichen bis zur behördlichen Anerkennung immer so viel Zeit vergeudet wird. Das muss schleunigst geändert werden“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte. Die Methoden betreffen den sogenannten Pyrogentest zur Ermittlung fieberauslösender Wirkungen von z. B. Medikamenten. Das Ersatzverfahren mit menschlichem Blut (Monozyten-Aktivierungstest) wird im Oktober 2010 verpflichtend und EU-weit das Leiden von ca. 200.000 Kaninchen

pro Jahr beenden. Weiterhin ist zum Hautreizungstest im Juli ein Ersatzverfahren mit menschlichen Zellen in die Prüfvorschriften der OECD aufgenommen worden, das damit weltweit als verpflichtend gilt.

 

98.607 Kaninchen landeten laut Statistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums 2008 im Labor. Gut 70 Prozent der Kaninchen wurden für Herstellung, Gewinnung, Aufbewahrung oder Vermehrung von Stoffen, Produkten oder Organismen benutzt. Hier spielt eine große Rolle:

die Erzeugung von Antikörpern. Sie werden in Kaninchen produziert, durch Entblutung mit Tötung gewonnen und den Impfstoffen für Menschen zugesetzt. In der Grundlagenforschung mussten ca. 8.000 Kaninchen für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen des Menschen leiden und sterben. Zur Überprüfung von Chemikalien und Arzneimitteln wurden ca. 4.500 Kaninchen verbraucht.

 

Hierzu gehört der bekannte Draize-Test am Kaninchenauge. Dieser ist zwar seit März 2009 für Kosmetik-Rohstoffe verboten, jedoch für

die Prüfung von Chemikalien immer noch Vorschrift. Ebenso verhält es sich mit den embryonenschädigenden Versuchen, die ab 2013 im Bereich Kosmetik verboten sind, aber den Großteil der Tests im Rahmen der neuen EU-Chemikalienverordnung REACH ausmachen werden. Simons: „Hier fordern wir mit Nachdruck die umgehende Anwendung praxisreifer Verfahren, die zu etlichen Fragestellungen vorhanden

sind.“

 

 

Juli 2010: Zahlreich für Tierversuche genutzt - das Schaf

 

Mehr Schafe als Hunde und auch Katzen landeten gemäß jüngster Statistik der Bundesregierung 2008 in Tierversuchen. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte zeigt mit dem Schaf als Tier des Monats dessen Einsatz in Experimenten auf und stellt Informatives über Herkunft, Verhalten und natürliche Lebensweise heraus.

 

2008 wurden 4.810 Schafe in Experimenten eingesetzt. Ihre Anzahl ist in den letzten Jahren gestiegen und liegt deutlich über der Zahl tierexperimentell genutzter Hunde (4.450) und Katzen (803). Gut 2.100 Schafe wurden in der Grundlagenforschung zur Untersuchung von Human- und Tierkrankheiten benutzt. Ebenso viele Schafe mussten für die Herstellung und Qualitätskontrolle von Prothesen und Implantaten, die in der Human- oder Zahnmedizin verwendet werden, ihr Leben lassen. Dazu gehören z. B. die Entwicklung und Überprüfung von Herzklappen-, Gefäßprothesen oder Zahnimplantaten. Viele der Versuche werden als hochgradig belastend für das Tier eingestuft.

 

„Gerade für die Zulassung von Implantaten und Prothesen sind Langzeituntersuchungen an Schafen oder Kälbern gesetzlich vorgeschrieben, obwohl es bereits einige tierversuchsfreie Methoden gibt. Beispielsweise kann für biologische Herzklappen ein komplexes In-Vitro-Verfahren einen fünf Jahre dauernden Langzeitversuch mit Schafen auf nur 48 Tage reduzieren“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte. „Die Aufnahme von Ersatzverfahren in die Prüfvorschriften dauert aber oft bis zu zehn Jahren. Wenn in dieser Zeit Tausende von Schafen nur aus bürokratischer Trägheit leiden und sterben müssen, so ist das nicht zu tolerieren. Deshalb kämpfen wir dafür, dass Ersatzverfahren bereits bei wissenschaftlicher und nicht erst nach behördlicher Anerkennung verbindlich anzuwenden sind.“

 

Neben Beispielen für Tierversuche und Ersatzverfahren berichtet die Website unter anderem, dass Schafe sich mindestens 50 Gesichter

ihrer Artgenossen merken können, dass von den ca. 2,5 Millionen in Deutschland lebenden Schafen rund ein Drittel Merinoschafe sind,

wobei Wolle heute vielfach in der Baustoffindustrie Verwendung findet, oder dass die Vegetarier im Gegensatz zum Menschen giftige

Pflanzen wie Tollkirsche oder Wolfsmilch verstoffwechseln können.

 

 

Juni 2010: Verkannt und missbraucht - die Ratte

 

Der Wanderratte wurde einst fälschlicherweise die Verbreitung der Pest zugeschrieben. Rattenweibchen sind sozial: sie ziehen gemeinsam ihren Nachwuchs groß. Der Rattenschwanz ist sowohl für das Gleichgewicht als auch für die Körpertemperaturregelung notwendig. Ratten brauchen kein Vitamin C mit der Nahrung aufzunehmen und haben keine Gallenblase: all das kann beispielsweise der Leser in dem soeben online gestellten Text nachlesen, der mit umfassenden Quellen versehen ist.

 

484.990 Ratten wurden 2008 gemäß jüngster Versuchstierstatistik der Bundesregierung in Experimenten eingesetzt. Insbesondere werden Ratten für die Schmerzforschung, Herz-Kreislauf-Forschung, Angst- und Stressforschung sowie für die Toxikologie herangezogen. Auffallend ist, dass der Anteil gentechnisch veränderter Ratten in den vergangen vier Jahren kontinuierlich abgenommen hat. In allen Bereichen finden allerdings Versuchsanordnungen statt, die mit hohen bis höchsten Belastungsgraden für die Tiere bewertet werden.

 

„Ratten werden auch die großen Verlierer bei der Umsetzung der EU-Chemikalienrichtlinie REACH sein. Denn meistens werden sie in Giftigkeitstests eingesetzt. Ersatzverfahren müssen daher schleunigst zum Einsatz kommen. Dazu gehört auch, langwierige behördliche Anerkennungsverfahren zu reformieren“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.

 

Es gibt zunehmend moderne Ersatzverfahren. So kann beispielsweise inzwischen in der Herz-Kreislauf-Forschung mit isolierten Zellen der inneren Blutgefäßwand (Endothelzellen) gearbeitet werden. Innovative Gewebezuchtverfahren können die schmerzhaften Versuche zu Rheuma- und Arthritis ersetzen. In der Giftigkeitsprüfung ist eine automatisierte Substanzuntersuchung mit Hilfe von Robotern möglich.

Mit der monatlichen Vorstellung einer Tierart, die in Tierversuchen eingesetzt wird, möchte der Bundesverband Menschen für Tierrechte die natürliche Lebensweise der Tiere bekannter machen, ihre Verwendung in Experimenten aus der Anonymität holen und die Forderung nach Ersatzmethoden verstärken.

 

 

Mai 2010: Der Affe

 

Affen faszinieren den Menschen seit jeher. Mit ihren nach vorne gerichteten Augen, den nackten Gesichtern und einer umfangreichen Gesichtsmimik erscheinen sie uns manchmal sehr menschlich Gerade die nahe Verwandtschaft zum Menschen hat dazu geführt, dass viele dieser Tiere in Tierversuchen eingesetzt werden.

 

Die Ordnung der Primaten steht den Menschen am nächsten. 360 Arten sind bekannt. Primaten sollen nach neueren Untersuchungen vor

etwa 50 bis 100 Millionen Jahren entstanden sein, also in der Kreidezeit, als es noch Dinosaurier gab. Schon in der Antike gab es Darstellungen von Affen, auch als Götter. Bei den Hindus in Indien gelten z. B. Rhesusaffen noch heute als heilig. Gerade die relativ nahe Verwandtschaft zum Menschen hat dazu geführt, dass viele dieser Tiere in Tierversuchen eingesetzt werden und in Versuchslabors ihr

Dasein fristen müssen - unter tierwidrigen Bedingungen und fernab der eigentlichen Heimat. Zwar verzichten Wissenschaftler seit 1992 hierzulande auf den Einsatz von Menschenaffen wie z. B. Schimpansen. Javaneraffe, Rhesusaffe, die Afrikanische Grüne Meerkatze und der Pavian werden jedoch häufig in Tierversuchen eingesetzt. Die nahe Verwandtschaft der nichtmenschlichen Primaten zu uns Menschen ist

der Grund dafür, dass Affen für bestimmte Bereiche der biomedizinischen Forschung herangezogen werden. Die Einsatzgebiete für Affen

in der Forschung sind immer noch vor allem die Bereiche Neurobiologie und Neurophysiologie, Virologie und Xenotransplantation (Verpflanzung von Organen oder Geweben einer Art auf eine andere, also z. B. von Tieren auf Menschen).

 

Die Anzahl der in Tierversuchen eingesetzten Altweltaffen schwankt von Jahr zu Jahr und beträgt etwa zwischen 1.000 und 1.800 Tieren jährlich. Über einen längeren Zeitraum betrachtet (Trendlinie) ist die Zahl jedoch ansteigend.

 

In der Hirnforschung müssen die Tiere stundenlang am Kopf fixiert in sogenannten Primatenstühlen sitzen und Aufgaben an einem

Bildschirm lösen. Über Elektroden im Gehirn werden die Hirnströme gemessen. Ein monatelanges Training ist erforderlich, damit die Tiere wissen, was sie tun sollen. Sie machen nur mit, weil sie vor den Experimenten dursten müssen und für »richtig gelöste« Aufgaben

Flüssigkeit bekommen. In anderen Versuchen werden den Tieren Substanzen verabreicht, um deren mögliche Nebenwirkungen herauszufinden, die Tiere werden mit Erregern infiziert oder zum Zweck der Organtransplantation operiert.

 

In einigen Städten wurden Tierversuche an Affen in der Hirnforschung nicht mehr genehmigt, so in München, Berlin und Bremen. In Bremen ist das Verfahren jedoch noch nicht abgeschlossen, da der Experimentator gerichtliche Schritte gegen die nicht mehr erteilte Genehmigung der Versuche eingelegt hat.

 

Moderne Techniken wie z. B. bildgebende Verfahren können ohne Beeinträchtigungen direkt am Menschen eingesetzt werden, um Untersuchungen zu machen oder wissenschaftliche Fragestellungen zu beantworten. Auch In-vitro-Verfahren an Zellen oder Geweben können Tierversuche ersetzen.

 

Unser Bundesverband Menschen für Tierrechte lehnt Tierversuche aus ethischen, medizinischen und methodischen Gründen ab. Wir

ebenso.

 

Besuchen Sie uns im Tierschutzzentrum Magdeburg und unterschreiben Sie die Liste zur Abschaffung der Tierversuche im Leibnitz-Institut!

 

 

April 2010: Zuhause geliebt, im Labor gequält – die Katze

 

 

Die Katze als Haustier ist bei den Deutschen sehr beliebt: 8,2 Millionen Katzen lebten 2008 in 16,5 % der Haushalte. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte stellt mit der Katze als Tier des Monats April Wissenswertes zu Felis catus, der Hauskatze, auf seiner Website zusammen und zeigt vor allem ihren Einsatz in deutschen Forschungslaboren auf.

 

Seit dem Jahr 2000 schwankt die Zahl der in Tierversuchen verwendeten Katzen, sie bewegt sich laut Versuchstierstatistik der Bundesregierung jeweils zwischen 500 und 1000 Tieren pro Jahr. Eingesetzt werden Katzen u. a. in der Hirnforschung, der Magen-Darm-Forschung sowie zur Erforschung von Tierkrankheiten. Darunter sind im Bereich der Seh- oder Hörforschung auch noch immer Versuche, bei denen intakte Augenmuskeln durchtrennt bzw. das Gehör zerstört wird. Auch für Sodbrennen, Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre (Refluxkrankheit), Asthma oder Schlafstörungen beim Menschen müssen Katzen als Tiermodell in Experimenten ihr Leben lassen.

 

„Tierversuche sind ethisch nicht vertretbar und wissenschaftlich zweifelhaft“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte. „Tierversuchsersatzverfahren müssen deutlich mehr gefördert und gefordert werden, denn sie führen noch immer

ein Schattendasein. Politik und Wissenschaft tragen dafür die Verantwortung.“ Der Bundesverband verweist auf bereits leistungsfähige Ersatzverfahren, z. B. im Bereich der Hirnforschung. Moderne Techniken der bildgebenden Verfahren wie Computertomographie (CT), Positronen-Emmissions-Tomographie (PET) oder funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) machen bereits Untersuchungen direkt

am Menschen möglich und Tierversuche überflüssig.

 

 

Februar 2010: Versuchstier Nummer 1 - die Maus

 

Weltweit sind Mäuse die am häufigsten verwendete Tierart in Forschungslaboren, mit steigender Tendenz. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte gibt daher mit der Maus als Tier des Monats März Einblick in Forschung und Handel mit den kleinen Nagetieren und hat aktuelle Informationen auf seiner Website veröffentlicht. „Wir wollen mit dem Vorurteil aufräumen, dass es ja nur Mäuse sind und dass Versuche mit ihnen nicht so schlimm sind“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte. „Mäuse sind erheblichen Leiden ausgesetzt und zu Industrieware geworden. Für Tierversuche werden sie genmanipuliert, voroperiert und qualgezüchtet. Und das, obwohl selbst Wissenschaftler die Übertragbarkeit der Ergebnisse aus Tierversuchen mit Mäusen auf den Menschen infrage stellen.“ So sind über 70 Unterschiede zwischen den Immunsystemen von Maus und Mensch bekannt. Über 1 000 Gene der Maus kommen beim Menschen nicht vor. Kein einziges Gen ist mit einem menschlichen Gen identisch.

 

Gemäß Versuchstierstatistik der Bundesregierung sind 2008 über 1,7 Millionen Mäuse in Tierversuchen eingesetzt worden. Insbesondere in der Gentechnik ist die Anzahl der Mäuse in den vergangenen acht Jahren kontinuierlich gestiegen: von 150 000 Mäusen im Jahr 2000 auf über 500 000 in 2008. Routinemäßig wird Mäusen fremdes Erbmaterial eingebracht, um Krankheiten des Menschen zu erzeugen. Auf solche transgenen Tiere werden auch Patente beantragt, als handele es sich um technische Erfindungen. So war die „Krebsmaus“ in den 80er-Jahren das erste patentiere Säugetier.

 

Ersatzverfahren sind bislang unterrepräsentiert, dabei gibt es leistungsfähige Modelle mit menschlichen Zellen und Geweben oder menschlicher Nabelschnur, z. B. in der Forschung zur Therapie der Blutvergiftung.

 

 

Februar 2010: Landet zu Tausenden im Tierversuch - der Beagle

 

 

Diese Hunderasse wird bevorzugt in Tierversuchen mit Hunden eingesetzt. Der Verband informiert auf seiner Internetseite über

Experimente mit Hunden sowie Ersatzverfahren und zeigt Verhalten und Bedürfnisse der Tiere auf. 4.450 Hunde wurden laut aktueller Versuchstierstatistik der Bundesregierung 2008 in Versuchen eingesetzt. Vorwiegend werden die Hunde in gesetzlich vorgeschriebenen toxikologischen Untersuchungen und anderen Sicherheitsüberprüfungen verwendet. Auch zur Erforschung und Entwicklung von

Medizinprodukten sowie in der Grundlagenforschung – z. B. in Herz-Kreislauf- sowie zahnmedizinischen Versuchen – werden Hunde benutzt.

 

Der Verband stellt auf seiner Internetseite insbesondere Toxizitätstests zur Überprüfung der Giftigkeit von Substanzen vor sowie Versuche

in der Zahnmedizin-Forschung. Die Leiden der Tiere werden zum Teil als hochgradig eingestuft und die Versuche insgesamt einer

Methodenkritik unterzogen, wobei die Unterschiede zwischen Hund und Mensch aufgezeigt und die Übertragbarkeit der Ergebnisse der Tierversuche in Frage gestellt werden.

 

Ebenso werden Ersatzverfahren beschrieben. Stoffe in der Luft lassen sich beispielsweise an menschlichen Zellen des Atmungstraktes testen,

die bei Nasenpolypen-Operationen anfallen. Einige Ersatzverfahren sind bereits wissenschaftlich anerkannt (validiert), jedoch noch nicht behördlich.

 

„Wir brauchen dringend eine Reform des behördlichen Anerkennungsprozesses, der oft bis zu zehn Jahren dauert. Außerdem muss sich

dabei die Ersatzmethode noch immer am Tierversuch messen lassen, dessen Aussagekraft sich jedoch nirgends beweisen musste“, so

Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Verbandes. „Hunde stehen den Menschen besonders nahe. Was mit ihnen in Tierversuchen geschieht –

noch dazu mit Mitteln aus Steuergeldern –, gehört an die Öffentlichkeit.“

 

 

Januar 2010: Meerschweinchen - geknuddelt und gequält

 

Meerschweinchen werden in Europa schon seit dem 16. Jahrhundert als Haustiere gehalten. Nach Angaben des Verbandes ist die

Einzelhaltung der in Rudeln lebenden Nagetiere Tierquälerei. Auch die Zwangsgemeinschaft mit Kaninchen sei wegen Unterschieden in

Verhalten und Kommunikation beider Arten abzulehnen.

 

 Foto: Katrina Pauke, Magdeburg

 

Laut aktueller Versuchstierstatistik der Bundesregierung wurden im Jahr 2008 38.826 Meerschweinchen in Versuchen eingesetzt und

getötet – das sind 8.409 Tiere mehr als in 2007. Dieser Anstieg ist nach Informationen der Menschen für Tierrechte auf die verstärkte

Verwendung der Nagetiere bei der Prüfung von Impfstoffen zurückzuführen. „Diese Produkttestungen an Meerschweinchen bedeuten für

den Menschen aber keine Sicherheitsgarantie“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Verbandes. „Schon seit 1996 weiß man, dass die Meerschweinchen-Tests für Impfstoffe gegen Keuchhusten und Diphterie untauglich sind. Und seit 2002 werden diese Tests nicht mehr

gemacht.“ Dieser Sachverhalt zeige, dass Ersatzverfahren zügig zu entwickeln und amtlich vorzuschreiben sind, um die Tiere zu retten

und den Menschen sichere Produkte zu bieten. Dass dies möglich ist, zeige beispielhaft ein Test zur Feststellung der Giftigkeit einer

Substanz unter Sonneneinwirkung. Dieser war bis vor einigen Jahren an Meerschweinchen oder Ratten vorgeschrieben. Heute werden

hierfür selbstverständlich Zellkultur-Verfahren eingesetzt, die weltweit anerkannt sind.

 

Außer in Versuchen zur Überprüfung von Impfstoffen werden Meerschweinchen für weitere Giftigkeitstests und in der Grundlagenforschung,

z. B. in der Gehör- und Xenotransplantationsforschung, herangezogen.

 

Weitere Informationen: www.tier-des-monats.de

 

Nachtrag: Familie Pauke aus Magdeburg - selbst Herbergsstätte für viele dieser kleinen geselligen Wesen - hat uns gebeten, unbedingt

darauf hinzuweisen, dass Meerscheinchen keinesfalls allein gehalten werden sollten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Stand: 29. November 2010.